Unsere Geduld und Flexibilität wurden auf die Probe gestellt. Die Erfahrung des Umzugs einer ganzen Zahnklinik ist in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. Die Ungewissheit, ob wir weiterhin genügend Patienten haben werden, oder ob wir wieder von vorne beginnen müssen, ist ein Gefühl, das vor, während und nach dem Umzug überwiegt. Eine Erfahrung, die wir bereits in der Vergangenheit gemacht haben und die uns auf diese Art von Umständen vorbereitet hat. Eine Geschichte von Lektionen, die wir gelernt haben, voll von Frustrationen, aber zahlreichen und Befriedigungen. Die Eingewöhnung in unsere neue Lokalität braucht erfahrungsgemäss viel  Zeit. Wir sind aber davon überzeugt, dass sich der ganze Aufwand und die Mühe am Ende gelohnt haben und wir es zu schätzen wissen.

  

Kurze Geschichte

Vor mehr als zwei Jahren haben wir beschlossen, einen geeigneten Ort für unsere Aktivitäten zu suchen, um mit der Zahnklinik zu beginnen. Wir hatten die Gelegenheit, uns mit der Schweizer Konsulin Maja Dätwyler zu treffen, um ihr unser soziales Projekt vorzustellen. Sie nahm unseren Vorschlag, uns bei ihr einzumieten, dankend an und wir schlossen daher mit ihr einen Mietvertrag ab. Die Kosten für die Miete betrugen USD 250.- pro Monat, was für uns aufgrund der zentralen Lage ein sehr günstiger Preis darstellt. Mehr als zwei Jahre lang haben wir den zweiten und dritten Stock des Schweizer Konsulatsgebäudes in der Stadt Cusco gemietet. In der ersten Etage befindet sich auch eine Kirche Namens Ekklesia. Konsulin Maja Dätwyler ist auch die Leiterin der genannten Kirche.

Sobald wir mit der Arbeit begannen, vervielfachte sich die Zahl unserer Patienten sofort dank der hohen Qualität der von uns angebotenen Dienstleistungen. Die Anwerbung von Patienten erfolgte ausschliesslich über die Sozialen Medien via Facebook. Die meisten Patienten kamen, weil sie gute Kommentare über uns gehört hatten. Einer der häufigsten Rückmeldungen lautet: «Sie halten die vereinbarte Zeit für den Termin ein» oder auch «Das Personal ist sehr freundlich zu uns». Das hat sich herumgesprochen, weshalb die Zahnarztstühle immer belegt waren.

Aufgrund unserer engen Beziehung zur Ekklesia-Kirche haben wir eine Vereinbarung getroffen, die es uns ermöglichte, die von dieser Einrichtung verwalteten Sozialprogramme mit zahnmedizinischen Leistungen zu unterstützen. Wir konnten zahlreiche arme Kinder in einer Situation der Verwahrlosung sehen. Wir haben natürlich erwartet, dass sich der Zustand der Mundhygiene bei solchen Kindern stark verschlechtert. Denn es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Armut und des allgemeinen Gesundheitszustandes. Es gelang uns, während den zwei Jahren jeweils pro Monat zwei kostenlose Kampagnen durchzuführen, an denen sich freiwillige Zahnärzte engagierten, die wir immer aufgeboten haben, wenn wir sie brauchten.

Wir sind sehr dankbar für die Gelegenheit, dass wir so der Bevölkerung von Cusco unterstützen konnten, insbesondere den vulnerabelsten Personen. Der Mietvertrag mit Maja Dätwyler ist am 31. Dezember 2021 ausgelaufen. Da die Kirche Eigenbedarf für die Räumlichkeiten angemeldet hatte, wurde der Mietvertrag leider nicht mehr weiter verlängert. Die Suche nach einem neuen Standort für die Zahnklinik war eine neue Herausforderung. Nachdem wir uns in der ganzen Stadt umgesehen und viele mögliche Standorte wieder verworfen hatten, entschieden wir uns letztendlich für ein zweistöckiges Haus in der Nähe des Flughafens zu mieten. Dort befinden wir uns jetzt.

Umzugsprozess

Am 17. Dezember 2021 begannen wir mit dem Umzug. Alle Mitarbeiter waren bereit, uns zu helfen. Eine der grössten Herausforderungen des Umzugs war es, alles in einen grossen Lastwagen zu laden und zu transportieren. Man muss aufpassen, dass dabei nichts zu Schaden kommt. Alle Mitglieder des Con Corazón-Teams halfen bei der Verladung mit. Zudem stellten wir zusätzliche Leute ein, die die schwersten Arbeiten erledigen konnten. Eine sehr heikle Angelegenheit war der Abbau der zahnärztlichen Einheiten, welcher von Experten durchgeführt werden musste.

Der schwierigste Teil kam nach dem Umzug am neuen Standort. Wir sprachen über die Installation des gesamten zahnmedizinischen Mobiliars und der Ausrüstung an dem neuen Ort. Es gab verschiedene Fachleute, die zusammenarbeiten mussten. Ein Team von Klempnern, Elektrikern, Schreinern, Malern und Fachleuten für die Überwachungskameras und das Internet sollte die Arbeit in etwa einer Woche abschliessen. Leider kam es anders und die Arbeiten dauerten länger, als wir ursprünglich geplant hatten.

Die mit der Ausführung dieser Arbeiten beauftragten Handwerker hielten sich weder an den Plan noch an die ihnen zugewiesenen Einsätze. Das blieb nicht ohne Folgen. Wenn der Klempner seinen Teil nicht fertigstellte, konnte der Schreiner nicht anfangen; und wenn der Klempner an einem unvorhergesehenen Tag fertig wurde, war der Schreiner an einem anderen Ort in der Stadt beschäftigt, wo jemand anderes seine Dienste ebenfalls in Anspruch genommen hatte. Es war eine frustrierende Zeit, in der unsere Geduld und Flexibilität sehr auf auf die Probe gestellt wurden. Diese Verzögerungen beeinträchtigten uns bei der Aufnahme und Versorgung von unseren Patienten erheblich. Mit jedem Tag, der verging, verloren wir Geld und verzögerten sich die Termine für viele wartende Patienten.

Mit der Anbringung unseres Schildes ist der gesamte Umzugs- und Installationsprozess nun endlich abgeschlossen. Dank des grafischen Talents von Danièle Turkier, die das Schild entwarf, konnten wir mit unseren Aktivitäten im Bereich der Mundgesundheit neu beginnen. Zu Beginn des Jahres 2022 sind wir mit fast allem fertig. In der Zwischenzeit sind wir mit den Genehmigungsverfahren der Gemeinde und des Gesundheitsministeriums beschäftigt.

Zwei Mitarbeitende reinigen die neuen Räumlichkeiten Das Gebäude mit unserer neuen Zahnklinik von aussen Erste Behandlungen am neuen Standort

Ein neuer Standort

Jetzt zahlen wir USD 650.- für die Miete. Der neue Mietvertrag erlaubt es uns, nur ein Jahr in unseren neuen Räumlichkeiten zu bleiben. Leider hat die politische Ungewissheit in Peru und in einigen anderen Teilen der Welt wirtschaftliche Folgen, die sich auf die Erhöhung der Einkommenssteuer in ungewisser Weise auswirken. Dies führt dazu, dass der Eigentümer des Hauses keine Risiken eingehen möchte. Hoffen wir, dass wir bis zum Ende des Jahres den Mietvertrag verlängern können und dass die Miete dieselbe bleiben wird.

Wir freuen uns sehr darauf, das Jahr mit einem schönen neuen Blick aus dem Fenster zu beginnen. Die Erwartungen an uns sind sehr hoch und nur der Himmel ist die Grenze. Die Zahnklinik ist grösser und geräumiger geworden, und wir benötigen einige Möbel wie beispielsweise einen Schreibtisch und eine Sofagarnitur für den Komfort der Mitarbeitenden. Ausserdem brauchen wir eine Mikrowelle, um das Mittagessen, das wir von zu Hause mitbringen, aufwärmen zu können. Wir möchten, dass unser neuer Standort für alle Mitarbeiter und Patienten, die in unsere Zahnklinik kommen, einladend ist.

Unsere Zahnarzthelferin Indira sagt: «Ich bin beeindruckt, dass unser Terminkalender fast voll ist. Erfreulicherweise klingelt unser Telefon an der Rezeption immer noch, trotz der Pause, die wir während der Einzugszeit hatten. Es ist wahr, dass wir vor dem Umzug nervös waren, weil wir dachten, dass wir weniger Patienten haben würden. Wir sind jedoch froh, dass das Ergebnis das Gegenteil von dem ist, was wir anfangs dachten.» Indira hilft den Patienten auch, unsere neue Adresse zu finden, indem sie ihnen per SMS den Standort über Google Maps mitteilt und ihnen Hinweise zu bekannten und beliebten Orten in der nahen Umgebung zur Orientierung angibt, damit sie die neue Zahnklinik Con Corazón leicht finden können. Unsere ersten Patienten wurden schon behandelt.

 

Januar 2022

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Testimonials

«Über all die Jahre durfte der Rotary Club Aarau gemeinsam mit Danièle Turkier und Con Corazón unterschiedliche Projekte realisieren. Eines der gemeinsamen Highlights war sicherlich der Bau des Medical Centers auf über 4'000 M.ü.M. Die Zusammenarbeit gestaltet sich immer sehr nachhaltig, effizent und professionell.»

Martin Bachmann

Martin Bachmann

Rotary Club Aarau

«Von meinem Einsatz für Con Corazón bleibt mir vor allem die Zusammenarbeit mit den Menschen in der abgelegenen Andenregion in Erinnerung, wo die Organisation wertvolle Unterstützung leistet. Der einmalige Einblick in diese Kultur und Lebensweise gehört definitiv zu den schönsten und prägendsten meines Südamerikaaufenthaltes.»

Livia Hollenstein

Livia Hollenstein

Voluntärin

«Die Anden sind meine Geburtsheimat und ich fühle mich mit dieser Region tief verbunden. Die Möglichkeit zu haben, die Menschen dort gezielt zu unterstützen, finde ich grossartig. Zu wissen, das die Spenden vor Ort mit den richtigen Massnahmen bei den Bedürftigen ankommen, dafür danke und vertraue ich Con Corazón.»

Anna Alberti

Anna Alberti

Spenderin & Besucherin

«Con Corazón unterstütze ich, weil mich das Engagement von Danièle Turkier seit Beginn überzeugt hat, indem die Hilfe direkt vor Ort ankommt. Spannend ist für mich auch die stetige Weiterentwicklung des Projekts und der Fokus auf die langfristige Perspektive der Unterstützung. Der Höhepunkt war natürlich der Besuch vor Ort Ende 2019.»

Cordula Sonderegger

Cordula Sonderegger

Spenderin & Besucherin

«Für Con Corazón interessiere ich mich seit Jahren, dadurch war auch ein Besuch in Peru für mich naheliegend. Es war extrem eindrücklich in diese mir bis anhin unbekannte Welt einzutauchen und fotografisch festzuhalten. Als Fotografin erfreue ich mich noch heute an den eindrücklichen Aufnahmen.»

Hana Solenthaler

Hana Solenthaler

Spenderin & Besucherin

«Im August 2019 hatte ich die Gelegenheit, in die Anden nach Südamerika zu reisen. Dort hatte ich einen einmonatigen Freiwilligendienst in einer Zahnklinik in Cusco (Peru) absolviert. Es hat mir wirklich Spass gemacht, armen Menschen zu helfen, indem ich Zahnreinigungen für die Patienten gemacht habe. Was für ein Team!»

Mette Højborg

Mette Højborg

Voluntärin

«Wow, was für eine eindrückliche Landschaft rund um Marampaqui auf über 4’000 M.ü.M., was für ein Ort in den Anden, was für unglaubliche herzliche Menschen! Sogleich gab es noch ein weiteres Wow, da gibt es für mich in den nächsten vier Monaten einiges zu tun! Für mich wurde Marampaqui zu meiner zweiten Heimat.»

Moritz Mitterer

Moritz Mitterer

Voluntär

«‹Das Einzige, was die Armut beseitigen kann, ist miteinander zu teilen.› Das Zitat von Mutter Teresa zeigt, auf wie wichtig der Auftrag von Con Corazón ist, um die Armut langfristig zu bekämpfen und um den Menschen eine Perspektive zu geben. Ich bin dankbar, dass ich die Organisation in Peru besuchen konnte.»

Anna Alberti

Anna Alberti

Spenderin & Besucherin

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